Filmtipp

„Maria am Wasser“

In Neusorge ereignen sich seltsame Dinge. Marcus ist nach zwanzig Jahren in das sächsische Elbdorf zurückgekehrt, in dem irgendwie auch die Zeit stehen geblieben ist. Wo er hinschaut, trifft er auf reservierte Menschen, versteinerte Mienen. Niemand erkennt ihn, noch nicht einmal die eigenen Eltern, – Mutter Maria eine strenge Leitern des Waisenhauses, der Vater ein ehemaliger verkappter Stasi-Mitarbeiter. Nur einer der drei Männer, die vor Jahrzehnten um Marias Zuneigung konkurriert haben, zweifelt nicht an der wahren Identität des Heimkehrers, der die Orgel restaurieren will. Alle anderen glauben oder wollen glauben, dass Marcus 1983 auf tragische Weise in der Elbe ertrunken ist,…
mehr »

„Der Architekt“

Originelle, süffisante Dialoge, hinreißende Situationskomik, eigenwillige, exzentrische Figuren und eine bewegende, düstere Geschichte: Solche erstklassigen Drehbücher landen nicht jeden Tag auf dem Tisch eines Produzenten. Doch nicht nur seitens ihres Buches, das sie gemeinsam mit Daphne Charizani entwickelte, ist der Berliner Schauspielerin Ina Weisse, die in Hamburg auch Regie studierte, ein beachtlicher Debütfilm gelungen. „Der Architekt“, uraufgeführt bei den Hofer Filmtagen 2008, ist vielmehr in jeder Hinsicht ein großer Wurf, sowohl seitens Bildsprache und Kamera als auch seitens der idealen Besetzung. Josef Bierbichler, der zuletzt schon in Caroline Links Familiendrama…
mehr »

„Frohe Zukunft“

„Frohe Zukunft“, so lautet der Name einer Tram-Endhaltestelle in Halle. Aber das mag vielen Einwohnern dort wie blanker Hohn erscheinen. An den Anfang ihrer sehr persönlichen Dokumentation stellt Bianca Bodau die Tragödie ihrer Eltern: Knall auf Fall standen sie – der Vater Leiter einer Waffenwerkstatt der Volksmarine, die Mutter eben dort Telefonistin – vor dem Nichts.
mehr »

Als Ingas geordnete Welt zusammenbricht

Eine junge Frau, die ohne Eltern aufwächst und in die Fänge eines skrupellosen Publizisten gerät: In Christian Schwochows Debütfilm gibt es Parallelen zu der privaten Biografie seiner jungen Hauptdarstellerin Anna Maria Mühe, auf die er ganz zugeschnitten ist.
mehr »

„Lornas Schweigen“

Lorna hat sich eingeschlossen. Sie will keinen Kontakt zu dem Mann, mit dem sie eine Wohnung teilt, hat ihn nur geheiratet, um ihre albanische Heimat für immer zu verlassen und in Belgien Fuß zu fassen.
mehr »

„Ich will da sein – Jenny Gröllmann“

Bei manch einem sind vielleicht nur die negativen Schlagzeilen hängen geblieben: Jenny Gröllmann – so stand es 2006 plötzlich in der Bild am Sonntag zu lesen – sei informelle Mitarbeiterin der Stasi gewesen. Die Diffamierte fiel entsetzt aus allen Wolken. Schließlich war das eine Lüge, gegen die sie zum Glück juristisch erfolgreich vorgehen konnte.
mehr »

goEast in Wiesbaden

Schönheit, Poesie, Mystik und Skurrilität: Filme mit einem solch künstlerischen Anspruch wie man sie aus früheren Zeiten von Jean Cocteau, Luis Bunuel oder Andrej Tarkowskij kennt, lassen sich im jungen westeuropäischen Kino nur noch selten entdecken, verdrängt von realitätsnahen Sozialdramen im dokumentarischen Stil. Im postkommunistischen Osteuropa dagegen kommt Filmkunst allmählich wieder auf.
mehr »

Den Zensor überzeugen

Beim Internationalen Frauenfilmfestival mit dem Fokus China vom 23. bis 27. April 2008 in Köln wurde über Zensur und andere Hindernisse diskutiert, brisante politische Filme zu publizieren. Chinesische Regisseurinnen und Dokumentarfilmerinnen berichteten, wie sie ihre Werke veröffentlichen und wie das Publikum auf feministische Inhalte reagiert.
mehr »

Komplize von Grausamkeiten

Am Anfang stand ein heilsamer Schock: Camilo Mejia hatte gerade seinen ersten Einsatz im Irak, da unterwies ihn ein Kommandant im Foltern von Gefangenen: „Hunde verstehen, wenn man laut genug schreit; schalten einige dennoch auf stur, nimmst du eine 9-Millimeter-Pistole, hältst sie ihnen an den Kopf und entsicherst die Waffe, damit sie glauben, sie werden exekutiert“. Eigentlich hatte sich Camilo rekrutieren lassen im naiven Glauben, den Irakern helfen zu können.
mehr »

Todesurteil vorerst aufgehoben

Mumia Abu Jamal muss vorerst nicht mehr in der Todeszelle sitzen. Ein Berufsgericht hob am 26. März das Todesurteil gegen den schwarzen US-Journalisten auf. Er war vor 26 Jahren wegen eines Polizistenmordes zum Tode verurteilt worden. Den Mordvorwurf hat er stets vehement bestritten.
mehr »

„Der lange Weg ans Licht“ von Douglas Wolfsperger

Ein Dorf in Tansania. Eine Frau bringt ihr Kind zur Welt – ohne jeden Ton des Schmerzes, ohne schweres Atmen oder gar Stöhnen. Dies würde Schande über ihre Familie bringen. Die Hebamme, die ihr beim Gebären hilft, ist eine Weiße: Edeltraut Hertel kommt aus dem kleinen Städtchen Meerane in Sachsen. In diesen ersten Minuten scheint Douglas Wolfspergers Dokumentarfilm übers Kinderkriegen dem klassischen Muster zu folgen.
mehr »

Versiegelte Zeit

Einer hat Bildschirmpräsenz, der andere ist höchstens mal als Stimme aus dem Off zu hören. Als Team aber gehören die Wiesbadener Onlinefilmer Jörg Buschka (37) und Jan Vogel (27) unbedingt zusammen. Nur in dieser Konstellation funktioniert ihr Projekt: Eine Stadt, ein Tag, ein Film – das einer Nominierung für den Goldenen Prometheus des Medien­magazins V.i.S.d.P. in der Kategorie Onlinejournalismus für würdig befunden wurde.
mehr »

Frei nach Plan

Familienfeiern verlaufen nicht immer nach Plan. Umso größer die Erwartungen, desto größer oftmals die Enttäuschungen. Kaum treffen Geschwister aufeinander, die sich längere Zeit nicht gesehen haben, schon treten lange totgeschwiegene Konflikte auf.
mehr »

Als Aushängeschild deutscher Hochkultur benutzt

Der Fall Wilhelm Furtwängler ist hinlänglich bekannt. Immer wieder fällt der Name des bedeutenden Dirigenten im Kontext von Künstlern, die sich von den Nazis als Aushängeschildder deutschen Hochkultur benutzen ließen.
mehr »

Raffinierte Mischung aus psychologischer Studie und Thriller

Ein Schloss, noch ein zweites und dann auch noch ein Riegel. Hannah hat sich in ihrer Wohnung geradezu verbarrikadiert. Es ist nicht die einzige Neurose der attraktiven jungen Frau. Obwohl sie selbst einmal Fotografin werden wollte, hat sie eine große Scheu davor, abgelichtet zu werden. Wenn jemand die Kamera auf sie richtet, reagiert sie wütend und vergräbt ihr Gesicht panisch hinter ihren Händen.
mehr »

Gänsehaut fürs Zwerchfell

Erneut hat Dietrich Kittner das jüngste seiner bitterbösen satirischen Programme auf eine DVD für das Heimkino brennen lassen. Und wie stets bei Dietrich Kittner live, so auch auf dieser DVD, gibt es neben dem Hauptfilm von 50 Minuten einen zweiten Teil, der halb so lang ist und als Bonusmaterial gekennzeichnet ist.
mehr »